Wer von der Bundesstraße 25 aus nach Weiltingen fährt, kommt an zwei bedeutenden frühgeschichtlichen Bodendenkmälern vorbei: einer frühkeltischen Viereckschanze und an der Limesmauer, die einst die römische Provinz Rätien vom freien Germanien trennte. Interessierte seien in diesem Zusammenhang auf das Heimatmuseum neben dem Weiltinger Rathaus hingewiesen, wo eine Ausstellung das Ergebnis der im Jahre 2000 durch den Geophysiker Dr. Becker durchgeführten Untersuchung der Keltenschanze dokumentiert. Seit Oktober 2004 besteht die Abteilung "Römerpark Ruffenhofen" im benachbarten Rathaus. Ein großes Modell und ein virtueller Rundgang machen das Kastell Ruffenhofen anschaulich. Neben verschiedenen Funden werden Informationen zu modernen Methoden der Archäologie am Beispiel Ruffenhofen präsentiert.
Weiltingen selbst ist ein uralter Markt- und Gerichtsort, wo die Grafen von Öttingen zu Gericht saßen. Zur Zeit des alten Ortsadels entstand an einer Wörnitzfurt die erste Burg, die im Mittelalter zu einer Wasserburg ausgebaut wurde. Hier saßen die Seckendorf und Wolmershausen, die Künsberg, Leonrod und Knöringen. Die ganze Burganlage hat sich im Gelände bis heute erhalten und ist vom Kirchturm aus gut zu überblicken.
Im Jahre 1616 kam Weiltingen an den Herzog von Württemberg und wurde 200 Jahre lang eine württembergische Residenz. Die Burg verwandelte sich in dieser Zeit in ein imposantes Barockschloß, zusammen mit der barocken Schloßkirche wohl das schönste Bauwerk im ganzen Wörnitzgrund. In der herzoglichen Fürstengruft unter der Peterskirche kann man die Zinnsärge der Nebenlinie Württemberg-Weiltingen besichtigen.
Zur Zeit der Schloßherrschaft
gehörten Wald und Wasser, alle Mühlen, Brauhaus und Schankstatt, die
Schäferei und die Badstube dem Schlossherrn, dem auch der Zehnt an
allem, was auf den Feldern und in den Gärten wuchs, zustand. Heute beherbergt
die alte Zehntscheune ein kleines Heimatmuseum.
Laut einer im Museum
ausgestellten Urkunde verlieh Kaiser Karl V. Weiltingen im Jahre 1554
das Marktrecht, was zur Ausübung aller Handwerke im Ort berechtigte.
Man zählte einmal 33 verschiedene Handwerke, von denen es noch die
Schreiner- und Zimmerleute, Metzger, Bäcker und Gastwirte und den Uhrmacher
gibt, und von den damals bestimmten
vier Jahrmärkten wird in jedem Jahr der Frühjahrsmarkt und der Herbstmarkt
weiterhin abgehalten, beide Male verbunden mit einem Bauernmarkt.
Im Jahre 1810 kam Weiltingen durch den Pariser Staatsvertrag an das Königreich Bayern, dessen Beamte das Schloß abbrechen ließen. Die Erinnerung an die Ritter, Bauern und Handwerker halten die Weiltinger in ihrem Museum wach.
Unbedingt einen Besuch wert sind die Hochzeits- Tanz- und Kirchtrachten aus der Zeit des Rokoko und des Biedermeier in der Trachtenstube des Museums.
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Öffnungszeiten und Eintrittspreise:
Das Museum ist zwischen
dem Frühjahrsmarkt und dem Herbstmarkt jeden Sonntag von 13.00 bis
17.00 Uhr und jeden Donnerstag von 9.00 bis 12.00 Uhr geöffnet. Sie
können es aber auch zu anderen Zeiten besuchen.
Bitte melden Sie sich
vorher im Rathaus an:
Mo, Do, Fr von 08.30 – 12.30 Uhr und
Mi von 14.00 – 18.00 Uhr
Erwachsene 1 €
Kinder unter 12 Jahre und Schulklassen 0,50 € (pro Person)
Anmeldung:
Gemeindeverwaltung
Schlossweg 11
91744 Weiltingen
Tel. 09853/253
Die Abteilung "Römerpark Ruffenhofen" ist ganzjährig geöffnet:
Sonntag 13.00 bis 17.00 Uhr und Donnerstag von 9.00 bis 12.00 Uhr.
Erwachsene 2,.-- €
Kinder unter 12 Jahre und Schulklassen 1,-- € (pro Person)
Rückfragen
und Führungsbuchungen für Gruppen unter Telefon: 09854/204 oder
E-Mail: info@roemerpark-ruffenhofen.de